
Ohne deutsches Bankkonto verlangen viele Vermieter erst gar keine Vertragsunterschrift, denn Miete und Kaution sollen von einem deutschen Konto überwiesen werden. Für Neuankömmlinge, die noch keine Anmeldebescheinigung vom Bürgeramt haben, entsteht dadurch ein Henne-Ei-Problem, das sich mit dem richtigen Anbieter aber lösen lässt.
Filialbanken wie Sparkasse, Volksbank oder Deutsche Bank verlangen bei der Kontoeröffnung in der Regel eine Meldebescheinigung des Bürgeramts als Adressnachweis. Ohne diese Bescheinigung lehnen die meisten Filialbanken die Kontoeröffnung ab, unabhängig von der sonstigen Bonität des Antragstellers.
Digitale Banken wie N26 verifizieren die Identität stattdessen per Videocall und akzeptieren dafür einen gültigen Reisepass sowie eine deutsche Zustelladresse, auch eine vorübergehende Adresse reicht dafür aus. Die Kontoeröffnung dauert auf diesem Weg meist nur wenige Minuten und erfordert keinen Termin in einer Filiale, was sie gerade für Neuankömmlinge ohne feste Meldeadresse praktikabel macht.

Damit die Eröffnung nicht an einem fehlenden Dokument scheitert, legen Sie Folgendes bereit:
Gültiger Reisepass oder EU-Personalausweis für die Identitätsprüfung.
Aufenthaltstitel oder Visum, wenn Sie nicht aus der EU kommen, da einige Banken danach fragen.
Eine Adresse, an der Sie zuverlässig Post erhalten, etwa die Ihrer Zwischenmiete. Die Bankkarte kommt per Post.
Angaben zur steuerlichen Ansässigkeit. Ihre Steuer-Identifikationsnummer erhalten Sie nach der ersten Anmeldung automatisch per Post vom Bundeszentralamt für Steuern.
Für die spätere Anmeldung brauchen Sie von Ihrem Vermieter eine Wohnungsgeberbestätigung. Erst mit ihr bekommen Sie die Meldebescheinigung, die Filialbanken verlangen.
Lehnt eine Bank Sie ab, hilft das Zahlungskontengesetz: Jede Verbraucherin und jeder Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU hat Anspruch auf ein Basiskonto, ausdrücklich auch Personen ohne festen Wohnsitz. Die Bank muss Ihnen den Vertrag spätestens zehn Geschäftstage nach Eingang des Antrags anbieten. Ein Basiskonto deckt Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen ab, also alles, was Sie für Miete und Kaution brauchen.
Ein digitales Konto ohne Anmeldung ist eine Übergangslösung, kein Ersatz für die spätere Wohnsitzanmeldung. Sobald die Anmeldung beim Bürgeramt erfolgt ist, sollte die neue Meldeadresse auch der Bank mitgeteilt werden, unabhängig davon, ob es rechtlich sofort erforderlich ist. Wer später zu einer Filialbank wechseln möchte, etwa wegen eines Dispokredits, braucht dafür ohnehin die Meldebescheinigung.
Sobald das Konto läuft, können Sie die Zahlungen rund um den Einzug vorbereiten. Die Kaution dürfen Sie nach § 551 BGB in drei Monatsraten zahlen. Wann welche Zahlung fällig wird, erklärt der Artikel Erste Monatsmiete und Kaution. Wer das Startkapital schonen will, kann statt Bargeld eine Mietkautionsbürgschaft prüfen. Ziehen Sie gerade nach Berlin, zeigt der Leitfaden Als Expat in Berlin mieten die sinnvolle Reihenfolge der ersten Schritte. Über den Waitly-Newsletter für Berlin erfahren Sie außerdem, wann neue Wohnungen oder Listen öffnen.
Bei digitalen Banken wie N26 ist das mit Reisepass und einer deutschen Zustelladresse möglich. Klassische Filialbanken verlangen dagegen meist eine Meldebescheinigung.
Meist per Videocall über die Smartphone-App, bei dem der Reisepass in die Kamera gehalten wird.
Rechtlich nicht immer zwingend, praktisch aber sinnvoll, damit Post und Kontodaten zur aktuellen Adresse passen.
In der Regel ja, sie ist der Standard-Adressnachweis für die Kontoeröffnung bei klassischen Banken.
Welche Frist für die Anmeldung selbst gilt und was danach an Folgekosten entsteht, erklärt der Artikel Anmeldung nach dem Einzug. Wie Strom, Gas und Internet ohne eigenen Vertrag zunächst automatisch laufen, zeigt der Artikel Strom, Gas und Internet in der ersten Wohnung anmelden.