
Ein WG-Mietvertrag, der als kostenlose PDF-Vorlage aus dem Internet stammt, ist nur so gut wie die Klauseln, die tatsächlich drinstehen. Wer unterschreibt, ist meist schnell geklärt; entscheidend ist, ob die Vorlage die Punkte enthält, die im Streitfall wirklich zählen. Diese Checkliste zeigt, welche Angaben in einem WG-Mietvertrag stehen müssen, damit er im Alltag trägt.
Jede Vorlage muss die vollständigen Namen und aktuellen Adressen aller Vertragsparteien enthalten, also des Vermieters und aller Mieter, die den Vertrag unterschreiben. Fehlt eine Person, die tatsächlich mit in der Wohnung lebt, im Vertrag, ist sie rechtlich nur geduldet und hat im Streitfall keine eigene Position gegenüber dem Vermieter. Prüfen Sie deshalb, ob die PDF-Vorlage Platz für alle Namen vorsieht und nicht nur ein einziges Namensfeld anbietet.
Die Vorlage muss die Wohnung präzise bezeichnen: vollständige Adresse, Lage im Gebäude, Anzahl und Zuordnung der Zimmer sowie mitvermietete Nebenräume wie Keller oder Balkon. Bei einer WG ist zusätzlich wichtig, ob einzelne Zimmer bestimmten Personen fest zugeordnet werden oder ob die gesamte Wohnfläche gemeinschaftlich vermietet wird. Diese Unterscheidung wirkt sich später darauf aus, wie ein Zimmerwechsel oder der Auszug einer Person gehandhabt wird.
Eine vollständige Vorlage trennt Kaltmiete und Nebenkosten klar und legt fest, wie die Gesamtmiete auf die einzelnen Bewohner verteilt wird, zum Beispiel zu gleichen Teilen oder nach Zimmergröße. Fehlt diese Verteilung im Vertrag, wird sie im Streitfall zum internen WG-Problem, das der Vermieter nicht lösen muss, da er gegenüber allen Hauptmietern gesamtschuldnerisch die volle Miete verlangen kann, unabhängig von der internen Aufteilung.
Die Vorlage sollte die Höhe der Kaution, die zulässige Ratenzahlung in bis zu drei Raten sowie die Bedingungen für die Rückzahlung nach Auszug enthalten. Bei einer WG mit mehreren Hauptmietern ist zusätzlich wichtig, ob die Kaution als gemeinsame Sicherheit aller Mieter gilt, was bei einem Mieterwechsel während der Mietzeit zu klären ist, damit die ausziehende Person ihren Anteil von den verbleibenden oder neuen Mitbewohnern zurückerhält und nicht vom Vermieter selbst. Wie diese interne Verteilung in der Praxis abläuft, wenn ein Mitbewohner mitten in der Mietzeit auszieht, erklärt der Beitrag zu den Kautionsabzügen in einer WG.
Eine Hausordnung ist nur dann rechtlich bindend, wenn sie ausdrücklich zum Bestandteil des Mietvertrags erklärt und als Anlage beigefügt wird. Eine lose, nur ausgehändigte Hausordnung ohne diesen Verweis im Vertrag hat für den Mieter keine bindende Wirkung. Achten Sie darauf, dass die Vorlage einen klaren Verweis auf eine beigefügte Hausordnung enthält, wenn Regeln zu Ruhezeiten, Putzplänen oder der Nutzung von Gemeinschaftsräumen tatsächlich gelten sollen.
Die Vorlage sollte die gesetzliche, nach Mietdauer gestaffelte Kündigungsfrist korrekt wiedergeben und im besten Fall bereits eine Klausel für den Fall enthalten, dass ein einzelner Bewohner die WG verlassen möchte, während der Vertrag insgesamt weiterläuft. Enthält der Vertrag dazu nichts, gilt automatisch die gesetzliche Regelung, wonach bei einem gemeinsamen Mietvertrag grundsätzlich alle Hauptmieter gemeinsam kündigen müssen oder der Vermieter einem Bewohnerwechsel zustimmen muss. Wie ein Vermieter rechtlich auf die Aufnahme eines neuen, einzelnen Mitbewohners reagieren muss, ohne dass der ganze Vertrag geändert wird, erklärt der Beitrag zum Mitbewohnerwechsel in der WG.
Eine WG-Mietvertrag-Vorlage aus dem Internet ist ein guter Ausgangspunkt, ersetzt aber keine Prüfung der einzelnen Klauseln. Vollständige Namen aller Bewohner, eine klare Kostenverteilung, eindeutige Kautionsregeln und eine wirksam einbezogene Hausordnung sind die Punkte, die am häufigsten fehlen und im Streitfall am meisten kosten. Einen breiteren Überblick über WG-Mietverträge und Pflichten aller Bewohner bietet unser Grundlagenartikel, und die steuerliche Seite der Untervermietung erklärt der Beitrag zum WG-Mietvertrag als Muster. Wer die passende WG oder Wohnung noch sucht, kann mit Waitly gezielt nach aktuellen Angeboten Ausschau halten.
Eine Vorlage kann als Grundlage dienen, muss aber vollständig mit allen Namen, einer klaren Kostenverteilung und einer wirksam einbezogenen Hausordnung ausgefüllt werden. Fehlende Angaben füllt im Streitfall das Gesetz, was nicht immer im Sinne der WG ist.
Der Vermieter kann bei einem gemeinsamen Mietvertrag von jedem Hauptmieter die volle Miete verlangen, unabhängig von einer internen Vereinbarung. Eine im Vertrag fixierte Verteilung schützt die einzelnen Bewohner vor Unklarheiten untereinander.
Sie muss zumindest ausdrücklich im Mietvertrag als Anlage benannt und beigefügt sein. Eine separat ausgehändigte Hausordnung ohne diesen Verweis ist für den Mieter rechtlich nicht bindend.
Das hängt davon ab, ob die Kaution als gemeinsame Sicherheit aller Mieter vereinbart wurde. Ohne eine vertragliche Regelung sollte die Aufteilung zwischen ausziehender und nachrückender Person direkt zwischen den Mitbewohnern geklärt werden, da der Vermieter die Kaution regulär erst am Ende des gesamten Mietverhältnisses auszahlt.
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