Großes Wohnhaus mit vielen Balkonen (Photo by Dimitri Frixou on Unsplash)

Kategorie

Mietwohnung

Artikel von

Waitly

October 14, 2026

Landeseigene Wohnungsbaugesellschaften Berlin: Wer sie sind und wie Sie sich bewerben

Foto: Dimitri Frixou via Unsplash.

Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Berlin sind die sechs Wohnungsunternehmen im Besitz des Landes: degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND und WBM. Dazu kommt berlinovo als Sonderfall. Zusammen vermieten sie über 400.000 Wohnungen, deutlich unter Marktmiete, und ein großer Teil davon geht an Haushalte mit Wohnberechtigungsschein. Waitly informiert Sie per Newsletter über WBS-Wohnungen in Berlin und andere frei werdende Wohnungen.

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2026.

Kurz gesagt

Berlin besitzt sechs landeseigene Wohnungsbaugesellschaften, deren Regeln eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung mit dem Senat festlegt. Danach gehen 63 Prozent der frei werdenden Bestandswohnungen an WBS-Berechtigte, und Mieterhöhungen sind auf 2,9 Prozent pro Jahr begrenzt. Freie Wohnungen schreibt jede Gesellschaft auf ihrer eigenen Website aus, und dort läuft auch die Bewerbung. Eine Wohnung ist damit nicht garantiert.

Welche landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften gibt es in Berlin?

Berlin hat sechs landeseigene Wohnungsbaugesellschaften. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung führt sie als Kooperationspartner der Berliner Wohnungspolitik. Manchmal wird berlinovo mitgezählt, deshalb ist auch von sieben Gesellschaften die Rede.

  • degewo, die größte der sechs Gesellschaften

  • Gewobag

  • HOWOGE

  • GESOBAU

  • WBM, Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte

  • STADT UND LAND

  • berlinovo, für die die Kooperationsvereinbarung nur im Bestand "Klassisches Wohnen" gilt

Jede Gesellschaft hat Schwerpunkte in bestimmten Bezirken, eine feste Zuständigkeit pro Bezirk gibt es aber nicht. Wie Angebote und Bewerbung bei einer einzelnen Gesellschaft konkret aussehen, zeigt unser Artikel zu den Wohnungsangeboten von Stadt und Land.

Wie viele Wohnungen gehören den landeseigenen Gesellschaften?

Zum 31. Dezember 2025 besaßen die sechs Gesellschaften laut Senatsbericht vom Mai 2026 374.472 Wohnungen. Mit den kooperationsrelevanten Wohnungen der berlinovo waren es 404.170. Allein 2025 kamen 9.311 Wohnungen hinzu, etwa zur Hälfte durch Neubau und zur Hälfte durch Ankäufe.

Laut Kooperationsvereinbarung soll ihr Anteil am gesamten Mietwohnungsbestand langfristig auf über 30 Prozent steigen.

Hand hält einen Hausschlüssel in einem weißen Treppenhaus (Photo by Jakub Żerdzicki on Unsplash)

Foto: Jakub Żerdzicki via Unsplash.

Welche Regeln gelten für landeseigene Wohnungen in Berlin?

Die Regeln stehen in der Kooperationsvereinbarung "Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und Soziale Wohnraumversorgung". Die aktuelle Fassung gilt vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2027 und ersetzt alle früheren Vereinbarungen, auch den sogenannten Mietendimmer.

WBS-Quote bei der Wiedervermietung

63 Prozent der Bestandswohnungen, die jedes Jahr neu vermietet werden, gehen an Haushalte mit Wohnberechtigungsschein. Davon geht die Hälfte an Haushalte bis 140 Prozent der Einkommensgrenze nach WoFG, die andere Hälfte an Haushalte über 140 bis 220 Prozent. Ein Viertel der 63 Prozent ist für besondere Bedarfsgruppen reserviert, etwa Studierende, Geflüchtete, Wohnungslose und von Gewalt betroffene Frauen.

Neubau

In Neubauprojekten wird grundsätzlich mindestens die Hälfte der Wohnfläche öffentlich gefördert und mit Mietpreis- und Belegungsbindung gebaut. Die frei finanzierten Neubauwohnungen dürfen bei der Erstvermietung im Schnitt 15 Euro pro Quadratmeter nettokalt nicht überschreiten. Dieser Wert kann jährlich mit dem Berliner Mietspiegel angepasst werden. Wie geförderte Wohnungen funktionieren, erklärt unser Beitrag zum sozialen Wohnungsbau in Berlin.

Grenzen für Mieterhöhungen

Bei Erhöhungen auf die Vergleichsmiete dürfen die Bestandsmieten einer Gesellschaft in Summe um höchstens 2,9 Prozent pro Jahr steigen. Für die einzelne Wohnung gilt zusätzlich eine absolute Grenze: höchstens 50 Euro mehr im Monat bis 65 Quadratmeter, 75 Euro bis 100 Quadratmeter und 100 Euro bis 125 Quadratmeter. Nach einer Modernisierung steigt die Miete um höchstens 2 Euro pro Quadratmeter innerhalb von sechs Jahren.

Leistbarkeitsversprechen

Haushalte innerhalb der WBS-Einkommensgrenzen und Wohnflächengrenzen können beantragen, dass ihre Nettokaltmiete auf 27 Prozent des Haushaltseinkommens gesenkt wird. Ist die Wohnung größer als die Grenze, wird anteilig gesenkt. Den Antrag stellen Sie bei Ihrer Gesellschaft, er gilt nur für Mieterinnen und Mieter, nicht für Bewerber.

Person unterschreibt ein Formular auf einem roten Tisch (Photo by Sollange Brenis on Unsplash)

Foto: Sollange Brenis via Unsplash.

Wie günstig sind landeseigene Wohnungen?

Landeseigene Wohnungen sind im Schnitt deutlich günstiger als der freie Markt. Laut Jahresbericht 2024 lag die Durchschnittsmiete bei 6,76 Euro pro Quadratmeter, neue Verträge kosteten im Schnitt 8,81 Euro. Die mittlere Angebotsmiete in Berlin betrug 2024 dagegen 14,50 Euro.

Im selben Jahr wurden 12.398 Wohnungen wiedervermietet, davon 66,1 Prozent an WBS-Berechtigte. Das ist mehr als die vorgeschriebenen 63 Prozent. Für Wohnungssuchende heißt das: Ohne WBS konkurrieren Sie um gut ein Drittel der frei werdenden Bestandswohnungen.

Wie finde und bewerbe ich mich auf eine landeseigene Wohnung?

Jede Gesellschaft veröffentlicht ihre freien Wohnungen auf ihrer eigenen Website, und dort bewerben Sie sich auch. Eine gemeinsame Bewerbung für alle Gesellschaften gibt es nicht, Sie bewerben sich also auf jedes Angebot einzeln.

In jeder Anzeige steht, ob ein WBS verlangt wird und welcher. Die Gesellschaften sind in unterschiedlichen Bezirken stark vertreten, deshalb lohnt es sich, die Angebote mehrerer Gesellschaften im Blick zu behalten.

Brauche ich einen WBS?

Für den Großteil der frei werdenden Bestandswohnungen ja. Ohne WBS bleiben Ihnen die frei finanzierten Wohnungen und ein Teil des Neubaus. Prüfen Sie Ihre Einkommensgrenze früh und beantragen Sie den Schein vor der Suche, Schritt für Schritt erklärt in unserer Anleitung zum WBS-Antrag.

Kleines Café mit Holzstühlen und hohen Fenstern (Photo by Angela Lo on Unsplash)

Foto: Angela Lo via Unsplash.

Praktische Tipps für Ihre Bewerbung

Weil landeseigene Wohnungen weit unter Marktmiete liegen, ist die Nachfrage nach jedem Angebot hoch. Diese Punkte helfen:

  • Schauen Sie regelmäßig bei den Gesellschaften in Ihren Wunschbezirken nach, damit Sie neue Angebote früh sehen.

  • Lesen Sie in jeder Anzeige, welcher WBS verlangt wird und welche Unterlagen die Gesellschaft für die Bewerbung braucht.

  • Halten Sie Ihre Unterlagen digital bereit: WBS, Einkommensnachweise, Ausweis und Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Welche Dokumente Vermieter verlangen, zeigt unsere Übersicht zu Dokumenten für die Wohnungsmiete.

  • Achten Sie auf die Wohnungsgröße. Die Gesellschaften sollen ein angemessenes Verhältnis von Haushalts- und Wohnungsgröße sicherstellen, ein Single erhält also selten eine Vierzimmerwohnung.

  • Bewerben Sie sich nur, wenn die Wohnung wirklich passt. Absagen nach einer Besichtigung verlängern die Suche für Sie und andere.

Landeseigene Gesellschaft oder Genossenschaft?

Eine landeseigene Gesellschaft ist ein normaler Vermieter im Besitz des Landes, Sie werden dort einfach Mieter. Bei einer Genossenschaft kaufen Sie dagegen Anteile und werden Mitglied, oft mit Warteliste. Wie das funktioniert, erklärt unser Ratgeber zu Wohnungsgenossenschaften in Berlin.

Junge Menschen sehen sich in einem alten Treppenhaus im Umbau um (Photo by Tri Vo on Unsplash)

Foto: Tri Vo via Unsplash.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es bei den landeseigenen Gesellschaften eine Warteliste?

Eine zentrale Warteliste für alle Gesellschaften gibt es nicht. Freie Wohnungen werden einzeln ausgeschrieben, und Sie bewerben sich auf jedes Angebot neu bei der jeweiligen Gesellschaft.

Kann ich innerhalb der landeseigenen Gesellschaften die Wohnung tauschen?

Ja. Die Gesellschaften betreiben ein gemeinsames Tauschportal für ihre Mieter. Wer per Tausch in eine kleinere Wohnung zieht, übernimmt laut Kooperationsvereinbarung deren bisherige Nettokaltmiete. Das macht den Umzug in eine kleinere Wohnung oft günstiger als eine Neuvermietung.

Gelten die Regeln auch nach 2027?

Die aktuelle Kooperationsvereinbarung läuft bis zum 31. Dezember 2027. Was danach gilt, entscheidet der Senat mit den Gesellschaften. Bis dahin können sich einzelne Werte wie die Neubaumiete jährlich mit dem Mietspiegel ändern.

Neue Wohnungen in Berlin schneller sehen

Bei landeseigenen Wohnungen entscheidet oft, wer früh von einem Angebot erfährt. Im Waitly-Newsletter für Berlin bekommen Sie Bescheid, wenn neue Wohnungen frei werden. Eine Anmeldung erhöht Ihre Chancen, eine Wohnung garantiert sie nicht.