Mehrfamilienhaus

Kategorie

Mietwohnung

Artikel von

Waitly

April 17, 2026

Erste eigene Wohnung: Was sie wirklich kostet und wie Sie budgetieren

Der Auszug in die erste eigene Wohnung bringt mehr Kosten mit sich als nur die monatliche Miete. Wer vorher weiß, welche Ausgaben anfallen, kann gezielter sparen und vermeidet, in den ersten Monaten in finanzielle Engpässe zu geraten.

Die einmaligen Kosten vor dem Einzug

Vor dem ersten Schlüsselübergabe-Termin stehen mehrere Einmalkosten an:

  • Kaution: Nach § 551 BGB darf die Kaution höchstens das Dreifache der Nettokaltmiete (ohne Nebenkosten) betragen. Sie darf zudem in bis zu drei monatlichen Raten gezahlt werden.

  • Erste Monatsmiete, häufig im Voraus fällig.

  • Umzugskosten, je nach Entfernung und ob ein Umzugsunternehmen beauftragt wird.

  • Grundausstattung: Bett, Küchengeräte, grundlegende Möbel.

Wer diese Posten nicht einplant, wird oft davon überrascht, dass allein der Umzug mehrere Monatsmieten an Startkapital erfordert, bevor überhaupt die erste laufende Miete fällig wird.

Die laufenden monatlichen Kosten

Neben der Kaltmiete gehört zur monatlichen Belastung die Nebenkostenvorauszahlung. Nach dem aktuellen Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds lagen die Betriebskosten 2024 im bundesweiten Schnitt bei 2,67 Euro pro Quadratmeter und Monat. Bei einer 40-Quadratmeter-Wohnung, einer typischen Größe für die erste eigene Wohnung, sind das rund 107 Euro zusätzlich zur Kaltmiete.

Als grobe Orientierung für das gesamte Wohnbudget gilt die 30-Prozent-Regel: Die Warmmiete sollte nicht mehr als 30 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens ausmachen. Laut Statistischem Bundesamt machte Wohnen einschließlich Energie 2024 im Schnitt bereits 36,3 Prozent der gesamten Konsumausgaben deutscher Haushalte aus, ein Hinweis darauf, dass die 30-Prozent-Marke für viele Haushalte eher ein Zielwert als ein garantierter Rahmen ist.

Rechenbeispiel für eine erste Wohnung

Bei einer Kaltmiete von 500 Euro und 40 Quadratmetern Wohnfläche:

  1. Nebenkosten schätzen: 40 m² x 2,67 Euro = rund 107 Euro.

  2. Warmmiete berechnen: 500 Euro + 107 Euro = 607 Euro.

  3. Kaution berechnen: höchstens 1.500 Euro (das Dreifache der Kaltmiete), zahlbar in bis zu drei Raten.

  4. Startkapital vor Einzug: erste Monatsmiete (607 Euro) plus erste Kautionsrate (bis zu 500 Euro) plus Umzugskosten.

Was oft unterschätzt wird

Viele Erstbezieher planen die Kaltmiete ein, vergessen aber die Nebenkostenvorauszahlung, die Kaution und die Kosten für Grundausstattung als separate, zeitgleich anfallende Posten. Ein realistisches Budget trennt deshalb bewusst zwischen einmaligen Kosten vor dem Einzug und den laufenden monatlichen Kosten danach, statt beides in einer einzigen Zahl zu vermischen.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch darf die Kaution für die erste Wohnung sein?

Nach § 551 BGB höchstens das Dreifache der Nettokaltmiete, zahlbar in bis zu drei monatlichen Raten.

Wie viel sollte ich für Nebenkosten einplanen?

Als bundesweiter Richtwert gelten laut Mieterbund-Betriebskostenspiegel 2,67 Euro pro Quadratmeter und Monat für das Jahr 2024.

Zählt die Kaution zu den monatlichen Kosten?

Nein, die Kaution ist eine einmalige Sicherheitsleistung vor dem Einzug, keine laufende monatliche Ausgabe.

Wie berechne ich, ob ich mir die erste Wohnung leisten kann?

Warmmiete (Kaltmiete plus Nebenkosten) durch das monatliche Nettoeinkommen teilen. Liegt der Wert bei rund 30 Prozent oder darunter, gilt die Miete als grob finanzierbar.