Junge Frau prüft am Laptop ihren Bonitätsscore (Photo by Tran Mau Tri Tam ✪ on Unsplash)

Kategorie

Mietwohnung

Artikel von

Waitly

September 14, 2026

Welcher SCHUFA-Score reicht für eine Wohnung?

Für eine Mietwohnung gibt es keinen gesetzlich festgelegten Mindest-Score. Vermieter dürfen prüfen, ob du die Miete voraussichtlich zahlen kannst, aber kein Gesetz schreibt einen bestimmten Punktwert vor. Wartelisten in Berlin und Hamburg findest du gebündelt bei Waitly.

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2026.

Kurz gesagt

Der Score ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, kein Urteil. Seit dem 17. März 2026 gilt bei der SCHUFA ein neuer Score mit einer Punkteskala von 100 bis 999, wie die Verbraucherzentrale berichtet. Der alte Basis-Score in Prozent wird nicht mehr mitgeteilt. Welcher Wert für eine konkrete Wohnung reicht, entscheidet der Vermieter, nicht die Auskunftei.

Wie funktioniert der neue SCHUFA-Score?

Er arbeitet mit Punkten statt Prozent. Die Skala reicht von 100 bis 999, wobei höhere Werte für eine bessere Einschätzung der Zahlungsfähigkeit stehen. Die Einstufungen reichen weiterhin von hervorragend bis ungenügend.

Neu ist auch die Transparenz. Der Score beruht laut Verbraucherzentrale auf zwölf festgelegten Kriterien, die die SCHUFA erstmals offengelegt hat. Damit lässt sich zumindest nachvollziehen, welche Arten von Informationen überhaupt einfließen.

Warum sehen manche Stellen noch einen anderen Wert?

Weil die Umstellung schrittweise läuft. Zum Start nutzten laut Verbraucherzentrale rund 25 Prozent der SCHUFA-Vertragspartner den neuen Score.

Das erklärt widersprüchliche Rückmeldungen: Ein Unternehmen arbeitet bereits mit der Punkteskala, ein anderes noch mit der alten Logik. Für dich ändert das nichts an den zugrunde liegenden Daten, nur an deren Darstellung.

Gibt es einen Mindest-Score für eine Mietwohnung?

Nein. Weder Gesetz noch Auskunftei legen eine Grenze fest, ab der eine Wohnung vermietet werden muss oder darf.

Vermieter dürfen prüfen, ob deine wirtschaftliche Lage zur Miete passt. Dafür ist aber nicht der Score als solcher maßgeblich, sondern die Frage, ob konkrete Anhaltspunkte gegen die Zahlungsfähigkeit sprechen. Die Verbraucherzentrale erklärt, was Auskunfteien dabei dürfen und was nicht.

Wie siehst du deinen Score kostenlos?

Über die Datenkopie nach Art. 15 DSGVO. Der Score gehört zu den Angaben, die dir mitgeteilt werden, und die Auskunft ist kostenlos.

Daneben gibt es ein kostenloses Online-Konto bei der SCHUFA, über das sich der Score einsehen lässt. Für die reine Kontrolle brauchst du kein kostenpflichtiges Abo.

Was kannst du tun, wenn dein Score niedrig ist?

Zuerst die Datengrundlage prüfen, nicht den Wert selbst bekämpfen. Ein Score ist eine Ableitung aus gespeicherten Daten, und diese Daten können falsch oder veraltet sein.

Drei Schritte helfen konkret:

  • Datenkopie anfordern und jeden Eintrag einzeln nachvollziehen

  • Falsche oder erledigte Einträge bei Auskunftei und meldendem Unternehmen bestreiten

  • Prüfen, ob Löschfristen bereits abgelaufen sind

Parallel gilt das Gleiche wie bei der Wartelistenposition: Ein einzelner Wert entscheidet selten allein. Wie du eine Position richtig einordnest, erklären wir im Artikel Was bedeutet meine Position auf einer Warteliste.

Fazit

Es gibt keinen magischen Punktwert, ab dem du eine Wohnung bekommst. Sinnvoller ist es, die eigenen Daten zu kennen, falsche Einträge korrigieren zu lassen und die Bewerbung so aufzubauen, dass die Zahlungsfähigkeit nachvollziehbar ist. Und weil auch die beste Bewerbung keine Wohnung garantiert, lohnt es sich, mehrere Wartelisten parallel zu nutzen. Antworten auf häufige Fragen findest du in den Waitly FAQ.

Verlangen darf ein Vermieter nur einen auf Mietzwecke beschränkten Bonitätsnachweis. Wie lange Einträge gespeichert bleiben, steht im Artikel zu den Löschfristen. Bei einem negativen Eintrag zeigen wir die verbleibenden Wege. Wie lange eine Warteliste dauert, steht im Artikel Wie lange dauert eine Warteliste.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Score bekomme ich keine Wohnung mehr?

Eine solche Grenze gibt es nicht. Vermieter entscheiden selbst, wie sie eine Auskunft gewichten, und berücksichtigen daneben Einkommen und sonstige Angaben.

Sieht der Vermieter meinen Score direkt?

Nur wenn er ihn erhält. Zulässig ist ein auf Mietzwecke beschränkter Bonitätsnachweis, nicht deine vollständige Selbstauskunft.

Verschlechtert eine Wohnungsanfrage meinen Score?

Anfragen werden gespeichert und sind für einen begrenzten Zeitraum in der Auskunft sichtbar. Ob und wie stark sie sich auswirken, hängt vom Scoreverfahren ab.

Warum weicht mein Score in verschiedenen Apps ab?

Weil unterschiedliche Anbieter unterschiedliche Verfahren nutzen und weil die Umstellung auf den neuen SCHUFA-Score schrittweise erfolgt.