
Bevor man in Berlin eine Wohnung anmietet, stellt sich oft die Frage, wie sicher die Gegend wirklich ist. Statt sich auf Foren oder das allgemeine Bauchgefühl zu einem Kiez zu verlassen, gibt es dafür eine offizielle, kostenlose Quelle: den Kriminalitätsatlas Berlin von Polizei Berlin und dem Landeskriminalamt. Das Tool zeigt erfasste Straftaten und Häufigkeitszahlen für alle 143 Bezirksregionen und 12 Verwaltungsbezirke der Stadt über einen Zehnjahreszeitraum.
Der Kriminalitätsatlas ist eine interaktive Karte, die von Polizei Berlin und dem Landeskriminalamt betrieben wird und seit 2018 online verfügbar ist. Er bildet 17 verschiedene Straftaten und Straftatengruppen ab, von Wohnungseinbruch bis Straßenkriminalität, und wird laut offizieller Beschreibung jährlich zum 31. Dezember aktualisiert, jeweils zeitgleich mit der Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik. Damit lässt sich für jeden der 143 Bezirksregionen nachvollziehen, wie viele Fälle einer bestimmten Kategorie im jeweiligen Gebiet erfasst wurden.
Die zentrale Kennzahl im Atlas ist die Häufigkeitszahl: die Anzahl bekannter Fälle je 100.000 Einwohner. Diese Normierung macht Gebiete unterschiedlicher Größe vergleichbar, unabhängig davon, ob ein Bezirk viele oder wenige Einwohner hat. Ein Bezirk mit einer hohen Häufigkeitszahl bei Straßenkriminalität hat also relativ zur Einwohnerzahl mehr erfasste Fälle als ein Bezirk mit einer niedrigen Zahl, selbst wenn die absolute Fallzahl unterschiedlich hoch ausfällt.
Wenn Sie schon wissen, in welchem Teil der Stadt Sie wohnen möchten, ist unser Guide zu Berlins besten Stadtteilen ein guter Ausgangspunkt.
Rufen Sie die konkrete Bezirksregion Ihrer Wunschwohnung im Kriminalitätsatlas auf, statt sich nur den gesamten Verwaltungsbezirk anzusehen. Innerhalb eines einzelnen Bezirks können einzelne Kieze stark unterschiedliche Werte haben, etwa weil belebte Ausgehviertel andere Kriminalitätsschwerpunkte haben als ruhige Wohnstraßen wenige hundert Meter weiter. Ein Vergleich über mehrere Jahre in der zehnjährigen Zeitreihe zeigt außerdem, ob sich ein Gebiet in eine bestimmte Richtung entwickelt, statt nur eine Momentaufnahme zu betrachten.
Nein, sie ist ein Baustein unter mehreren. Die Häufigkeitszahl sagt nichts über das subjektive Sicherheitsgefühl, die Beleuchtung von Straßen am Abend oder die Nähe zu einer belebten U-Bahn-Station aus. Ein Vor-Ort-Besuch zu unterschiedlichen Tageszeiten, idealerweise auch abends, ergänzt die offiziellen Zahlen um Eindrücke, die keine Statistik abbilden kann. Wer zusätzlich Wert auf Familienfreundlichkeit legt, sollte den Kriminalitätsatlas mit Informationen zu Schulen, Kitas und Grünflächen im jeweiligen Bezirk kombinieren.
Unser Leitfaden zu familienfreundlichen Stadtteilen geht genauer auf diese Faktoren ein.
Der Kriminalitätsatlas Berlin ist die einzige offizielle, laufend aktualisierte Quelle, um die Sicherheitslage eines konkreten Stadtteils vor dem Einzug selbst zu prüfen, statt sich auf Gerüchte zu verlassen. Kombinieren Sie die Häufigkeitszahlen mit einem eigenen Besuch der Gegend und weiteren Faktoren wie Anbindung und Infrastruktur, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Mit der Warteliste von Waitly finden Sie anschließend gezielt Wohnungsangebote in den Bezirksregionen, die zu Ihren Prioritäten passen. Wer zusätzlich auf ein kleines Budget achtet, findet in unserem Leitfaden zu günstigen Stadtteilen für Expats konkrete Zahlen, und einen Überblick der beliebtesten Expat-Viertel gibt unser Stadtteil-Guide.
Er ist kostenlos unter kriminalitaetsatlas.berlin.de verfügbar und wird von Polizei Berlin und dem Landeskriminalamt betrieben.
Laut offizieller Angabe jährlich zum 31. Dezember, jeweils zeitgleich mit der Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Vorjahr.
Die Häufigkeitszahl gibt die Anzahl bekannter Straftaten je 100.000 Einwohner an und macht dadurch Gebiete unterschiedlicher Größe direkt vergleichbar.
Auf die Bezirksregion. Innerhalb eines Verwaltungsbezirks können einzelne Kieze deutlich unterschiedliche Werte haben, die im Gesamtdurchschnitt des Bezirks untergehen.
Nein. Die Häufigkeitszahl ist ein objektiver Baustein, sagt aber nichts über Beleuchtung, subjektives Sicherheitsgefühl oder die unmittelbare Nachbarschaft aus. Ein Besuch zu unterschiedlichen Tageszeiten ergänzt die offiziellen Zahlen sinnvoll.