Frau und Mann packen Umzugskartons in einem neu eingerichteten Wohnzimmer aus, mit einer Waitly-Tasche im Vordergrund.

Kategorie

Immobilienmarkt

Artikel von

Waitly

April 15, 2025

Mietbetrug in Hamburg: Die Betrugsmasche, vor der die Polizei warnt

Die Polizei Hamburg hat eine konkrete Betrugsmasche bei Wohnungsanzeigen öffentlich beschrieben, die gezielt Menschen auf Wohnungssuche in der Hansestadt trifft. Nach aktuellem Ermittlungsstand haben die Täter dabei bereits mehr als 400.000 Euro von Wohnungssuchenden erbeutet. Wer den genauen Ablauf kennt, erkennt die Falle, bevor Geld überwiesen wird.

Wie die Masche abläuft

Laut der Beschreibung der Polizei Hamburg inserieren die Täter Wohnungen auf Online-Plattformen und in sozialen Medien, die entweder gar nicht existieren oder nicht zur Vermietung verfügbar sind. Interessenten, die sich melden, werden unter dem Namen einer im Handelsregister eingetragenen Immobilienverwaltung per E-Mail kontaktiert, anschließend läuft der Austausch telefonisch weiter.

Für die Besichtigung wird den Betroffenen der Standort eines Schlüsseltresors mitgeteilt, sodass sie die Wohnung häufig allein besichtigen, ohne dass ein echter Vermieter anwesend ist. Danach werden sie aufgefordert, eine SCHUFA-Auskunft einzureichen und einen online übersandten Mietvertrag zu unterschreiben. Nach Vertragsabschluss verlangen die Täter verschiedene Zahlungen, etwa Kaution, erste Miete und teils eine Abstandszahlung für vorhandenes Mobiliar, auf ein deutsches Konto. Danach ist das Geld weg.

Weitere Masche: Vorauszahlung ohne Besichtigung

In einer zweiten, von der Polizei beschriebenen Variante geben sich die Täter als Vermieter aus und behaupten, im Ausland zu sein, sodass keine persönliche Besichtigung möglich sei. Stattdessen fordern sie eine Vorauszahlung oder Kaution, bevor angeblich die Schlüssel verschickt werden.

Identitätsdiebstahl über Ausweiskopien

Neben dem finanziellen Schaden nutzen manche Täter die Gelegenheit auch für Identitätsdiebstahl. Sie verlangen Ausweiskopien oder ein Video-Identifikationsverfahren, um vermeintliche Mietverträge auszustellen. Mit den gestohlenen Daten können sie anschließend Bankkonten eröffnen oder weitere Betrugstaten begehen.

Warnsignale einer betrügerischen Anzeige

Die Polizei Hamburg nennt konkrete Anzeichen, an denen sich eine unseriöse Wohnungsanzeige erkennen lässt:

  • Ein unrealistisch niedriger Preis für die Lage

  • Fotos, die zu perfekt wirken oder nicht zum Standard der Umgebung passen

  • Ein angeblicher Vermieter, der im Ausland ist und nicht persönlich erscheinen kann

  • Eine ausländische Bankverbindung, deren IBAN nicht mit "DE" beginnt

  • Eine Telefonnummer, unter der eine fremde Person antwortet

  • Der Vorschlag, den Schlüssel gegen Barzahlung oder per Nachnahme zu versenden

So schützen Sie sich

Konkrete Schutzmaßnahmen, die die Polizei Hamburg empfiehlt:

  • Bestehen Sie auf einem persönlichen Treffen mit dem Vermieter vor jeder Zahlung

  • Seien Sie misstrauisch, wenn das Angebot zu günstig wirkt und eine persönliche Besichtigung angeblich nicht möglich ist

  • Recherchieren Sie die Kontaktdaten der genannten Hausverwaltung eigenständig, statt nur die in der Anzeige angegebenen zu nutzen

  • Überweisen Sie kein Geld im Voraus, bevor ein Mietverhältnis rechtssicher zustande gekommen ist

  • Fragen Sie, wenn möglich, andere Bewohner des Hauses nach der Wohnung

  • Erstatten Sie bei einem Betrugsverdacht Anzeige, etwa über die Onlinewache der Polizei Hamburg, und sichern Sie E-Mail-Verkehr sowie Screenshots als Beweise

Fazit

Die von der Polizei Hamburg beschriebene Masche funktioniert, weil sie echten Zeitdruck und echte Knappheit auf dem Hamburger Mietmarkt ausnutzt. Wer aber auf einer persönlichen Besichtigung mit einem erreichbaren Vermieter besteht und vor Vertragsabschluss kein Geld überweist, entzieht der Masche die Grundlage.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich eine gefälschte Wohnungsanzeige in Hamburg?

An mehreren Anzeichen gleichzeitig: ein ungewöhnlich niedriger Preis, ein angeblich im Ausland befindlicher Vermieter, eine ausländische IBAN oder der Vorschlag, den Schlüssel per Post gegen Zahlung zu erhalten, statt eine reguläre Besichtigung anzubieten.

Ist eine Besichtigung über einen Schlüsseltresor immer Betrug?

Nicht zwingend, aber die Polizei Hamburg beschreibt genau diesen Ablauf als typisches Muster bei betrügerischen Anzeigen, besonders wenn danach vor Vertragsabschluss bereits Zahlungen verlangt werden.

Was mache ich, wenn ich bereits Geld überwiesen habe?

Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei, etwa über die Onlinewache der Polizei Hamburg, und sichern Sie den gesamten E-Mail-Verkehr sowie Screenshots der Anzeige als Beweismittel.

Darf ein Vermieter vor der ersten Besichtigung schon Geld verlangen?

Eine seriöse Vermietung verlangt keine Zahlung, bevor Sie die Wohnung gesehen und einen Mietvertrag abgeschlossen haben. Vorauszahlungen vor jeder Besichtigung sind ein zentrales Warnsignal der von der Polizei Hamburg beschriebenen Masche.

Einen umfassenden Überblick über die Wohnungssuche in Hamburg bietet unser Hamburg-Guide. Allgemeine Warnzeichen für Mietbetrug in ganz Deutschland fasst unser Mietbetrug-Ratgeber zusammen, eine weitere Einordnung liefert unser Betrugsschutz-Leitfaden. Warum eine SCHUFA-Anfrage bei der Wohnungssuche normal ist, erklärt unser SCHUFA-Guide, und auf Waitly findest du geprüfte Angebote in Hamburg.