
Eine Genossenschaftswohnung zu bekommen bedeutet fast immer: warten. Aber anders als bei Sozialwohnungen gibt es keine einheitliche, zentral geführte Warteliste. Jede Genossenschaft führt ihre eigene, nach eigenen Regeln.
Die rund 2.000 Wohnungsgenossenschaften in Deutschland verwalten ihre Wartelisten jeweils selbst. In Berlin allein gibt es laut einem Bericht des Tagesspiegel rund 100 Genossenschaften, und die Aussagekraft der Wartelisten ist begrenzt: manche nehmen regelmäßig neue Mitglieder auf, andere praktisch nie.
Ein konkretes Beispiel zeigt die Spannbreite. Die Berliner Baugenossenschaft (bbg) hat laut Tagesspiegel ein digitales Bewerbungsformular eingeführt, um aktiv neue Wohnungssuchende aufzunehmen. Die Wohnungsbaugenossenschaft VORWÄRTS eG dagegen erklärt auf ihrer eigenen Seite offen, dass sie aktuell keine Neumitglieder aufnimmt, weil bereits für viele Wohnanlagen eigene Wartelisten laufen. Zwischen diesen beiden Extremen bewegen sich die meisten anderen Genossenschaften.
Bei der GWG "Berliner Bär" eG in Berlin-Köpenick etwa bekommen neue Mitglieder aufgrund der hohen Nachfrage zunächst einen Platz auf der internen Warteliste, bevor eine passende Wohnung angeboten wird. Das ist ein typischer Ablauf: erst Mitgliedschaft, dann Warteliste, dann ein konkretes Angebot, sobald eine passende Wohnung frei wird.
Die Größe und Fluktuation der Genossenschaft: größere Bestände mit mehr Auszügen bieten mehr Chancen
Die gewünschte Wohnungsgröße und Lage: gefragte Kieze oder Wohnungsgrößen haben längere Listen
Ob Sie bereits Mitglied sind: interne Umzugswünsche gehen bei den meisten Genossenschaften vor externen Neuaufnahmen
Die aktuelle Aufnahmepraxis: manche Genossenschaften pausieren die Neuaufnahme zeitweise komplett
Da es keine zentrale Liste gibt, lohnt es sich, mehrere Genossenschaften parallel zu kontaktieren statt auf eine einzige zu setzen. Fragen Sie direkt nach dem aktuellen Aufnahmestatus, da sich dieser laut den oben genannten Beispielen von Genossenschaft zu Genossenschaft und von Monat zu Monat unterscheiden kann. Wer während der Wartezeit zusätzlich am freien Markt sucht, kann parallel die Wohnungssuche bei Waitly nutzen.
Nein. Jede der rund 2.000 Wohnungsgenossenschaften in Deutschland führt ihre eigene Warteliste nach eigenen Regeln.
Das lässt sich pauschal nicht sagen. Laut Tagesspiegel nehmen manche Berliner Genossenschaften regelmäßig neue Mitglieder auf, während andere aktuell komplett geschlossen sind.
Bei den meisten Genossenschaften ja. Erst die Mitgliedschaft, dann der Platz auf der internen Warteliste für eine konkrete Wohnung.
Genossenschaften wie die VORWÄRTS eG in Berlin begründen dies öffentlich damit, dass sie bereits für viele Wohnanlagen eigene Wartelisten ihrer bestehenden Mitglieder führen.
Ja, das ist üblich und sinnvoll, da jede Genossenschaft unabhängig verwaltet wird und es keine Beschränkung auf eine einzige Warteliste gibt.