Was Strom, Heizung, Wasser und Müllabfuhr einzeln kosten und warum Strom separat vom… (Photo by Jonathan Rathgeb on Unsplash)

Kategorie

Wirtschaft

Artikel von

Waitly

April 17, 2026

Nebenkosten nach Kostenart: Was Strom, Heizung, Wasser und Müllabfuhr einzeln kosten

Eine Nebenkostenabrechnung wirkt oft wie eine einzige große Summe, dahinter stecken aber mehrere getrennte Kostenarten mit ganz unterschiedlicher Höhe und Berechnungsgrundlage. Wer die einzelnen Positionen kennt, kann besser einschätzen, wo die eigenen Ausgaben liegen.

Heizung und Warmwasser

Heizung und Warmwasser sind meist der größte Einzelposten. Laut dem aktuellen Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds liegen sie im Bundesdurchschnitt bei 1,32 Euro pro Quadratmeter im Monat, mit Spitzenwerten bis 2,18 Euro bei älteren, schlecht gedämmten Gebäuden. Ein wesentlicher Teil dieser Kosten muss laut Heizkostenverordnung verbrauchsabhängig abgerechnet werden, sodass der eigene Heizverhalten die Höhe direkt beeinflusst.

Wasser und Abwasser

Der bundesweite Trinkwasserverbrauch liegt laut BDEW bei durchschnittlich 121 Litern pro Person und Tag, das entspricht etwa 3,7 Kubikmetern im Monat pro Person. Der größte Anteil davon entfällt auf Baden, Duschen und Körperpflege, gefolgt von der Toilettenspülung. Wasser und Abwasser werden meist nach Personenzahl oder über einen Wohnungswasserzähler abgerechnet.

Müllabfuhr und Gebäudereinigung

Müllabfuhr wird üblicherweise über die Anzahl der Restmülltonnen im Gebäude abgerechnet und nach Wohnfläche oder Personenzahl auf die Mieter verteilt. Gebäudereinigung von Treppenhaus und Gemeinschaftsflächen gehört ebenfalls zu den kalten Betriebskosten und ist meist ein vergleichsweise kleiner, aber konstanter Posten in der Jahresabrechnung.

Strom: der große Sonderfall

Anders als die genannten Positionen zählt Strom für den eigenen Wohnungsverbrauch fast nie zu den Nebenkosten, sondern läuft über einen separat abgeschlossenen Vertrag mit einem selbst gewählten Anbieter. Nach Daten des Stromspiegels, einem Angebot der gemeinnützigen Organisation co2online, verbraucht ein Zwei-Personen-Haushalt in einer Wohnung ohne elektrische Warmwasserbereitung im Schnitt etwa 1.900 Kilowattstunden pro Jahr. Nur der Strom für gemeinsam genutzte Bereiche wie Treppenhausbeleuchtung zählt zu den umlagefähigen Betriebskosten.

Warum die Aufschlüsselung beim Wohnungsvergleich hilft

Wenn zwei Wohnungen eine ähnliche Warmmiete haben, aber unterschiedliche Nebenkosten ausweisen, lohnt sich der Blick auf die einzelnen Kostenarten. Eine Wohnung mit niedrigeren Heizkosten aber ähnlichem Gesamtbetrag könnte etwa höhere Kosten bei Gebäudereinigung oder Aufzug haben, was auf den Ausstattungsstandard des Hauses hindeutet.

Häufig gestellte Fragen

Ist Strom Teil der Nebenkosten?

In der Regel nicht. Strom für den eigenen Wohnungsverbrauch wird separat über einen selbst gewählten Anbieter abgerechnet, nur Strom für Gemeinschaftsflächen zählt zu den Nebenkosten.

Wie hoch ist der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person?

Laut BDEW liegt er bei rund 121 Litern pro Tag, also etwa 3,7 Kubikmetern im Monat.

Warum sind Heizkosten der größte Einzelposten der Nebenkosten?

Weil Heizung und Warmwasser laut Betriebskostenspiegel bundesweit im Schnitt 1,32 Euro pro Quadratmeter ausmachen, also fast die Hälfte der gesamten Nebenkosten von 2,67 Euro pro Quadratmeter.

Wie viel Strom verbraucht ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt?

Nach dem Stromspiegel von co2online etwa 1.900 Kilowattstunden im Jahr in einer Wohnung ohne elektrische Warmwasserbereitung.