
Die Nebenkostenvorauszahlung in einer Wohnungsanzeige richtet sich meist nach der Wohnfläche, nicht nach der Zahl der künftigen Bewohner. Beim tatsächlichen Verbrauch macht die Haushaltsgröße aber einen erheblichen Unterschied, besonders bei Strom und Wasser.
Der Stromspiegel, ein Angebot der von der Bundesregierung unterstützten Organisation co2online, unterscheidet den Jahresverbrauch klar nach Haushaltsgröße. Ein Zwei-Personen-Haushalt in einer Wohnung ohne elektrische Warmwasserbereitung verbraucht demnach im Schnitt etwa 1.900 Kilowattstunden pro Jahr. Ein Einpersonenhaushalt liegt deutlich darunter, während größere Haushalte mit drei oder mehr Personen entsprechend höhere Werte erreichen, weil sich zwar Geräte wie Kühlschrank oder Router teilen lassen, der individuelle Verbrauch für Beleuchtung, Kochen und Warmwasser aber mit jeder weiteren Person zunimmt.
Beim Trinkwasserverbrauch verhält es sich anders als beim Strom: Laut Statistiken des BDEW liegt der bundesweite Durchschnitt bei 121 Litern pro Person und Tag, unabhängig von der Haushaltsgröße. Das bedeutet, dass sich der Gesamtwasserverbrauch eines Haushalts nahezu proportional zur Personenzahl verhält. Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht demnach etwa doppelt so viel Wasser wie ein Einpersonenhaushalt, ein Effekt, der sich in Wohnungen ohne eigenen Wasserzähler direkt in einem höheren, nach Personenzahl verteilten Nebenkostenanteil niederschlägt.
Anders als Strom und Wasser hängt der Heizbedarf einer Wohnung in erster Linie von der Wohnfläche und der Gebäudedämmung ab, nicht von der Zahl der Bewohner. Deshalb sieht die Heizkostenverordnung für diese Position auch überwiegend eine flächen- statt personenbezogene Abrechnung vor, kombiniert mit einem verpflichtenden Verbrauchsanteil von 50 bis 70 Prozent.
Wer mit dem Partner oder in einer größeren Familie zusammenzieht, sollte den Stromanteil des Budgets stärker nach oben korrigieren als die reine Nebenkostenvorauszahlung des Vermieters vermuten lässt, da diese meist vor allem die flächenabhängigen Kosten wie Heizung widerspiegelt. Wasser folgt dagegen recht verlässlich der Personenzahl und lässt sich mit dem BDEW-Richtwert von 121 Litern pro Tag gut überschlagen.
Laut Stromspiegel von co2online etwa 1.900 Kilowattstunden im Jahr in einer Wohnung ohne elektrische Warmwasserbereitung.
Ja, der BDEW-Richtwert von 121 Litern pro Person und Tag gilt weitgehend unabhängig von der Haushaltsgröße, sodass sich der Gesamtverbrauch nahezu verdoppelt, wenn eine zweite Person einzieht.
Weil der Heizbedarf hauptsächlich von Wohnfläche und Gebäudedämmung abhängt und deshalb überwiegend nach Fläche statt nach Personenzahl abgerechnet wird.
Rechnen Sie vor allem beim Stromanteil mit einem spürbaren Anstieg, während die Nebenkostenvorauszahlung des Vermieters oft gleich bleibt, weil sie sich primär an der Wohnfläche orientiert.