
Wer wissen will, ob Mieten in Deutschland wirklich schneller steigen als früher, findet die Antwort im Verbraucherpreisindex für Nettokaltmieten des Statistischen Bundesamts (Destatis). Dieser Index verfolgt die Mietentwicklung seit Jahrzehnten und macht Trends sichtbar, die einzelne Städtevergleiche nicht zeigen.
Auf Basis des Jahres 2020 (= 100 Punkte) entwickelte sich der bundesweite Index für Nettokaltmieten wie folgt:
2015: 93,5 Punkte
2017: 95,8 Punkte
2019: 98,6 Punkte
2020: 100,0 Punkte
2022: 103,1 Punkte
2024: 107,5 Punkte
Das entspricht einem Anstieg von rund 15 Prozent zwischen 2015 und 2024, wobei der Anstieg nach 2020 spürbar an Tempo zugelegt hat.
Zwischen 2010 und 2020 stiegen die sogenannten Indexmieten, also Mieten in Verträgen mit vereinbarter Indexklausel, sogar noch langsamer als reguläre Bestandsmieten (13,5 gegenüber 14,3 Prozent im Jahrzehnt). Seit den 2020er Jahren hat sich das umgekehrt: Indexmieten ziehen seither schneller an als der allgemeine Mietanstieg, was unter anderem an den gestiegenen Verbraucherpreisen insgesamt liegt, an die die Indexmiete gekoppelt ist.
Ein Anstieg von 15 Prozent über neun Jahre klingt zunächst moderat, verteilt sich aber sehr ungleich über das Land. Während der bundesweite Index diesen Durchschnitt zeigt, sind die tatsächlichen Neuvermietungsmieten in gefragten Großstädten laut BBSR-Daten seit 2015 in vielen Fällen deutlich stärker gestiegen als der nationale Index, weil dieser auch die vielen langjährigen, gedeckelten Bestandsverträge in strukturschwächeren Regionen einrechnet.
Vergleichen Sie Ihre aktuelle Miete mit dem, was Sie vor fünf oder zehn Jahren gezahlt haben, nicht nur mit dem heutigen Marktpreis
Prüfen Sie bei einer angekündigten Mieterhöhung, ob sie sich im Rahmen der gesetzlichen Kappungsgrenze bewegt
Bei einer Indexmiete lohnt sich der Blick auf den aktuellen Verbraucherpreisindex, an den die Erhöhung gekoppelt ist
Laut Nettokaltmieten-Index des Statistischen Bundesamts von 93,5 Punkten (2015) auf 107,5 Punkte (2024), ein Anstieg von rund 15 Prozent.
Eine Miete, deren Höhe vertraglich an die Entwicklung des Verbraucherpreisindex gekoppelt ist. Seit den 2020er Jahren steigen Indexmieten tendenziell schneller als reguläre Bestandsmieten.
Beim Statistischen Bundesamt (Destatis), im Verbraucherpreisindex für Nettokaltmieten, verfügbar über die GENESIS-Online-Datenbank.
Nein. Der bundesweite Index glättet große regionale Unterschiede, in gefragten Großstädten sind die tatsächlichen Neuvermietungsmieten häufig deutlich stärker gestiegen als im nationalen Durchschnitt.