
Wer nach der durchschnittlichen Miete in Berlin sucht, bekommt online sehr unterschiedliche Zahlen präsentiert. Der Grund: Portale zeigen meist Angebotsmieten für freie Wohnungen, während der amtliche Mietspiegel den Bestand aller Berliner Mietverhältnisse abbildet. Beide Zahlen sind richtig, sie beantworten nur unterschiedliche Fragen.
Der Berliner Mietspiegel 2024, den die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen veröffentlicht hat, weist eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 7,21 Euro pro Quadratmeter aus. Das sind fünf Cent mehr als im Vorjahr, als der Wert bei 7,16 Euro lag, eine Steigerung von rund 0,7 Prozent. Grundlage sind rund 16.000 Miet- und Ausstattungsangaben, die für etwa 1,4 Millionen nicht preisgebundene Wohnungen in Berlin repräsentativ sind.
Dieser Wert gilt für Bestandsmieten, also für laufende Mietverhältnisse, in denen der Mieter schon länger wohnt. Er ist die rechtliche Grundlage, wenn ein Vermieter die Miete innerhalb eines bestehenden Vertrags erhöhen will, und die Vergleichsgröße für die Mietpreisbremse bei Neuvermietungen.
Für ganz Deutschland ermittelt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) einen deutlichen Abstand zwischen Bestands- und Angebotsmieten: 2025 lag die durchschnittliche Bestandsmiete bei 7,76 Euro pro Quadratmeter, während neu inserierte Wohnungen im Schnitt 11,11 Euro kosteten, ein Aufschlag von rund 43 Prozent. In Großstädten wie Berlin ist dieser Unterschied besonders spürbar, weil hier die meisten Mietverträge schon viele Jahre laufen und Mieterhöhungen gesetzlich gedeckelt sind (Kappungsgrenze), während neue Verträge sich am aktuellen Marktpreis orientieren.
Wer aktuell in Berlin auf Wohnungssuche ist, sollte sich deshalb nicht am Mietspiegel-Durchschnitt orientieren, sondern eher an Angeboten für vergleichbare, frei finanzierte Wohnungen in der gewünschten Lage.
Auf Basis des Mietspiegel-Durchschnitts von 7,21 Euro pro Quadratmeter ergeben sich für unterschiedliche Wohnungsgrößen folgende Nettokaltmieten:
1-Zimmer-Wohnung (35 qm): rund 252 €
2-Zimmer-Wohnung (60 qm): rund 433 €
3-Zimmer-Wohnung (85 qm): rund 613 €
Diese Zahlen gelten für Bestandswohnungen in mittlerer Lage. In gefragten Innenstadtbezirken oder bei Neubauten liegt der Quadratmeterpreis oft deutlich höher, in Randbezirken oft darunter.
Die im Mietspiegel ausgewiesene Nettokaltmiete ist nicht der Betrag, der tatsächlich vom Konto abgeht. Dazu kommt die monatliche Nebenkostenvorauszahlung. Laut Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds liegen die bundesweiten Nebenkosten im Schnitt bei 2,28 Euro pro Quadratmeter, mit einem Höchstwert von 2,87 Euro bei voller Umlage aller zulässigen Kostenarten. Für eine 60-Quadratmeter-Wohnung in Berlin bedeutet das eine Warmmiete von grob 570 bis 610 Euro.
7,21 Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete für Bestandswohnungen, laut dem von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen veröffentlichten Mietspiegel 2024.
Der Mietspiegel bildet Bestandsmieten laufender Verträge ab, während Immobilienportale meist Angebotsmieten für neu zu vermietende Wohnungen zeigen. Bundesweit liegt der Unterschied laut BBSR bei rund 43 Prozent.
Der Mietspiegel wird alle zwei Jahre neu erstellt und in den Jahren dazwischen fortgeschrieben. Der aktuelle Mietspiegel stammt aus dem Jahr 2024.
Die monatliche Nebenkostenvorauszahlung, die laut Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds bundesweit im Schnitt bei 2,28 Euro pro Quadratmeter liegt.